 |
|
Kaunos
Am
Westufer des schilfreichen Dalyan-Flusses, ca. 1 km.
Luftlinie von Dalyan entfernt.
Die südlichste
Stadt Kariens verlor bereits in der Antike durch Verlandung
ihren Hafen - und damit ihre Lebensbasis.
Die
Ruinen der einstigen Hafenstadt Kaunos wurden 1967 von türkischen
Archäologen ausgegraben. Da der Platz seit
mittelbyzantinischer Zeit nicht mehr besiedelt ist, gehört
Kaunos zu den stimmungsvollen archäologischen Stätten, die
man nach einer hinreißenden Fahrt durchs Schilfmeer
erreicht.
Die
Bootsfahrt nach Kaunos beginnt in Dalyan, das man über eine
gut ausgebaute, 8 km lange Straße von der Hauptstraße 400
erreicht. Dalyan besitz die größte auf ausflüge
spezialisierte Motorbootflotte der Türkei. Die
Fischereikooperative organisiert die Fahrten nach Kaunos und
zum Iztuzu-Strand im Delta.
Geschichte:
Obwohl
sich laut Heredot die Gebräuche der Kauner von denen der
Karer unterschieden, gilt Kaunos bei den meisten Forschern
als karische Stadt. Herodot, dessen Vater Karer und Mutter
Griechin waren, konstatierte jedenfalls, dass die Kauner
einen karischen Dialekt sprachen.
Die
Stadt besaß einen kreisrunden Hafen, der mit einer Kette
verschlossen werden konnte, und lag in einer geschützten
Bucht am Meer. Schon früh begann der Verlandungsprozess,
das Umland versumpfte und bildete im feuchtwarmen Klima den
idealen Nährboden für die Malaria. Da man im Altertum
weder die Übertragung durch Stechmücken noch die Malaria
als Krankheit kannte, wurden die Kauner wegen ihres "grünen
Aussehens" verspottet und galten als träge und dumm.
"Wann hatten diese stupiden Kaunier je einen wertvollen
Bürger?" hieß ein bekannter Spruch. Kaunos gehörte
kurze Zeit dem Delischen Bund an und lebte nicht schlecht
vom Fischfang; eingesalzener Fisch gehörte zur täglichen
Nahrung. Dazu kamen, wie die Inschrift auf der Westseite des
Brunnenhauses verrät, Salz-, Harz-, Früchte- und
Sklavenhandel.
Besichtigung
Die größte
Sehenswürdigkeiten von Kaunos, die in die steile Felswand
gearbeiteten ionischen Tempelgräber, liegen schräg
gegenüber der Boots-Abfahrtstelle. Die Gräber sind die
ersten einer Reihe von Gräber, die dem Reisenden von nun an
in Lykien begegnen. Die Felsgräber entstanden vom 4. bis 2.
Jh.v.Chr. Besonders schön wirken die Tempelgräber bei
Morgensonne.
Der
besondere Reiz von Kaunos und dem Dalyandelta ist die Fahrt
durch das Schilfmeer. Das Schilf ist an manchen
Stellen 3 m hoch, begrünt das ganze flache Flussufer und
bildet Inseln, zwischen denen die Fischer kanalartige
Fahrstraßen frei halten. Man fühlt sich streckenweise wie
im alten Ägypten auf der so oft dargestellten Fahrt durchs
Papyrusdickicht. Am Ufer tauchen ab und zu Kaspische
Wasserschildkröten auf. Mit großem Glück entdeckt man
eine der sehr viel größeren (bis 1 m langen) Afrikanischen
Wasserschildkröten, die ebenfalls eine Süßwasser-Schildkröte
ist.
In der Südbucht
von Kaunos geht man auf einem langen Steg über Sumpfgelände
bis zum Eingang in den archäologischen Park, wo ein
Lageplan die verschiedenen Ruinen erklärt. Man hält sich
rechts und steigt zum Theater empor, das unterhalb
der antiken Akropolis an den Hang gebaut ist. Der Blick vom
oberen Rang auf das Flussdelta mit seinem Schilflabyrinth
und der Sandbank von Iztuzu ist großartig, im Hintergrund
schließt der Bozburun Tepesi (Hügel) das Bild ab.
Noch
eindrucksvoller ist der Blick von der byzantinischen
Festungsruine auf dem 160 m hohen Akropolis- hügel, die über
dem Theater liegt.
|
|
|